Die Reise zum Weltenquell

Ich hörte seinen Ruf in der tiefsten Stunde der Nacht – leise, wie das Wispern des Schnees über gefrorenem Moos. Der Quell, sagten die Alten, liegt dort, wo sich die Wurzeln der Welten treffen, verborgen im Nebel zwischen Erinnerung und Traum.

Es war kein Ort, den man auf Karten fand. Kein Wanderweg, dem man folgen konnte. Nur mein innerer Kompass – jener leuchtende Funke, der in mir flackerte, wenn ich den Schleier durchbrach – wies mir den Weg.

Ich nahm nur das Nötigste mit: meine Trommel, bemalt mit den Runen des Geistes. Mein Messer, geschärft an den Knochen der Ahnen. Und einen Stein, der den Herzschlag meiner Linie trug.

Drei Nächte wanderte ich, begleitet vom Ruf der Krähen und dem Schweigen des Waldes. In der vierten Nacht, als die Sterne in den Bäumen wie Flammen zitterten, erschien mir eine Gestalt: ein alter Mann mit Augen aus Wasser, seine Haut gefurcht wie Baumrinde.

„Du suchst den Quell?“, fragte er, ohne die Lippen zu bewegen.
„Nur wer bereit ist zu verdursten, wird seinen Geschmack kennen.“

Ich antwortete nicht. Ich kniete nieder, berührte den Boden mit der Stirn – ein Zeichen der Demut. Als ich aufsah, war er fort. Doch vor mir – wo vorher nur Moos gewesen war – öffnete sich ein Spalt in der Erde, tief und schimmernd wie der Blick einer Göttin.

Ich stieg hinab.
Stufe um Stufe.
Tiefe um Tiefe.
Bis das Licht verschwand, und nur noch der Klang meines eigenen Atems blieb.

Und dann – Stille.
Nicht die Stille der Leere, sondern jene, in der das Große beginnt.

Da war er – der Quell.

Er war kein Wasser, kein Licht, kein Feuer.
Er war alles.
Er war Erinnerung, Ursprung, der erste Klang, bevor das Wort geboren wurde.

Ich beugte mich hinab. Trank.
Und in diesem einen Moment fühlte ich mich eins mit allem, was je gewesen ist.

AHO

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Hier geht es um nordischen Schamanismus in seiner wilden, ungezähmten Form. Um das, was zwischen den Welten liegt – wo Geister wandeln, die Runen sprechen und der Wind alte Lieder trägt.

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