Ich glaube, dass ich jetzt gerade zum ersten Mal darüber schreibe, dass ich fasziniert bin von der altnordischen Kultur und deren Glauben sowie auch die Rituale, die damit zu tun haben, bzw. zu tun hatten. Seit dem Zeitpunkt, an welchem ich begann, damit zu beschäftigen und auch die Hintergründe kritisch zu hinterfragen, behaupte ich selbst von mir, darin meinen wahren Glauben und auch meine Platz gefunden zu haben. Verrückterweise begann es damit, dass ich irgendwann auf die Idee kam, mir die Serie Vikings anzuschauen. Wie auch bei vielen anderen Serienjunkies fand ich mich in dem Strudel wieder, dass mich die Serie so sehr gefesselt und fasziniert hat, dass ich schlecht sagen konnte „So… jetzt schalte ich mal aus und schaue mir die weiteren Folgen dann zu einem späteren Zeitpunkt weiter an.

Sehr fasziniert hat mich dabei, wie dargestellt wurde, dass ein Volk alles dafür tut, dass es ihm gut geht und man für seine Werte zu kämpfen bereit ist, Koste es was es wolle und selbst auch dann, wenn der Preis dafür den Tod nach sich zieht. Was ja gemäß des damals zelebrierten Glaubens auch keine Strafe war und wovor auch niemand aus dieser Kultur in irgendeiner Weise Angst vor hatte, da bekannterweise diejenigen, die im Kampf für Volk, Familie und Werte gefallen sind, dafür nach dem Tod belohnt wurden, indem sie in die heilige Halle des Göttervaters Odin eingeladen wurden, um mit ihm und all den weiteren gefallenen Kriegern an der großen Tafel speisen, trinken und feiern zu dürfen, bevor sich alle wieder gemeinsam erheben, um in der Götterdämmerung Ragnarök an der Seite der Götter gegen die Riesen zu kämpfen, um diesen die Vorherrschaft über die neun Welten strittig zu machen.

Diese einzigartige und somit für mich mehr als interessante Sichtweise hat mich ziemlich beeindruckt, sodass ich begann, mich intensiver mit dieser Kultur zu beschäftigen und auch zu erlernen, was wirklich hinter alledem steckt und wo Wahrheit liegt. Ich begann also, zuerst einmal den Weg zu gehen, in den einschlägig bekannten sozialen Netzwerken nach Gleichgesinnten Ausschau zu halten und mich den ein oder anderen Gruppen anzuschließen, in der Hoffnung, dort mehr über die Hintergründe herausfinden zu können. Leider wurde mir dort schnell klar, dass ich auf einen Trend gestoßen bin. Durch die Aktivitäten in den sozialen Netzwerken, Websuchen auf verschiedenen Suchmaschinen wurden mir durch meinen digitalen Fußabdruck ganz schnell immer mehr Vorschläge zu diversen Websites unterbreitet. Sei es er ein oder andere Onlineshopping für LARP-Artikel, Schmuck, Merchandiseartikel für Marvelinteressierte, Vorschläge für nordisch inspirierte Tattoos oder aber Weiterleitungen zu Videos von Musikgruppen, welche mit den alten Instrumenten diese Kultur und deren Einstellung verkörpern.
Ja, ich gebe natürlich zu, dass auch mich das alles in irgendeiner Weise gefesselt hat und ich mich auf nicht geweigert habe, mich darauf einzulassen. So habe auch ich Tattoos mit Runen, Symbolen und Bildern aus diesem Stil. Ebenso hat mich die Musik von Gruppen wie Wardruna, Eivor, Heilung usw. gepackt und auch nicht mehr losgelassen. Ganz im Gegenteil sogar. Wenn ich mir z.B. die Musik von Heilung anhöre oder mir auch Videos von Konzerten (welche in dem Falle nicht als Konzerte, sondern als Rituale bezeichnet werden) anschaue, kann ich mich dem sogar ganz und gar hingeben und mich auf die spirituelle Wirkung dieser zu 100% einlassen. Ich schaffe es dann sogar, mich von den Klängen der alten Instrumente, wie Tagelharpa, Rufhörnern, Schamanentrommeln usw. einfach mit auf eine ganz besondere spirituelle Reise mitnehmen zu lassen. Während dieser ist die „wahre“ Welt und alles, was zu dieser gehört, ausgeblendet und man begibt sich in eine Art Parallelwelt, in welcher alte Werte, Spiritualität und Glaube auf einmal sehr real und wirklich erscheinen. Dieser Zustand hat mich persönlich in meinem Denken, meiner Einstellung zu den Dingen, die in der Welt passieren und auch in meinem Handeln sehr stark geprägt. Wie ich für mich finde, auch in einer sehr positiven Art und Weise. Die Verbundenheit zur Natur und dem, was sie uns Tag für Tag aufs Neue bietet und der Welt zum Vorschein bringt ist es meines Erachtens Wert, dass man sich bei ihr dafür bedankt und ihr im besten Fall auch etwas dafür zurück gibt, anstatt immer mehr zu wollen und ihr mit unserer Raffgier gar noch zu schaden.

Hier war ich zum Beispiel mal ganz erstaunt, als ich einen Fernsehbericht gesehen habe, in welchem es um die Menschen in Lappland und die Art, wie diese leben und ihren Alltag verbringen ging. Da war dann die Rede von einem Kunsthandwerker, welcher Gegenstände aus Holz herstellt und die Materialien, welche er zur Herstellung seiner Dinge benötigt, aus den umliegenden Wäldern holt. Allerdings ist die Art und Weise, wie er zu den von ihm benötigten Hölzern kommt, aus meiner Sicht eine ganz besondere, denn er geht nicht einfach los, fällt einen Baum oder bricht seinen Ast um das Holzstück zu bekommen, sondern er fragt respektvoll die Natur, ob er sich etwas davon nehmen darf, wenn er im selben Zuge auch etwas zurück gibt. Hier wird dann vielleicht eine neue Pflanze in den Wald gebracht oder aber auch etwas Futter für die Tiere, die in den langen nordischen Wintern einer guten Mahlzeit gegenüber nicht abgeneigt sind. Ich war davon so unheimlich beeindruckt, dass es offensichtlich selbst heute noch Völker und Menschen gibt, die respektvoll mit der Natur und allen Wesen, egal ob Mensch, Tier oder Pflanze, umgehen und mich seitdem die Frage beschäftigt, welches Recht wir Menschen uns herausnehmen, so dermaßen Unachtsamkeit mit der Natur und deren Bewohnern umgehen und selbst nicht davor zurückschrecken, dem allen Schaden hinzuzufügen, nur damit wir uns immer breiter machen können und unseren sogenannten Wohlstand leben können.
Was überhaupt ist denn Wohlstand? Geht es dabei in erster Linie immer darum, wieviel Geld wir im Portemonnaie haben? Was wir für ein Auto fahren? Wie groß unser Haus ist und was wir uns sonst nicht alles noch so leisten können, um zu zeigen, dass wir vielleicht besser sind als andere? Diese Meinung teile ich nicht im geringsten, da ich mir die Frage stelle, ob ich denn wunschlos glücklich wäre, wenn ich viel Geld, tolle schnelle Autos und noch ganz viele andere Besitztümer habe. Auch, wenn man denkt, man könnte in dieser Situation ein sorgenfrei Leben führen, sind es doch in Wirklichkeit ganz andere Dinge, die wir brauchen, um glücklich zu sein, oder? Ich denke dabei an eine Familie, die man liebt und die einem auch im Gegenzug Liebe zurück gibt. Oder aber auch an eine wunderschöne Natur, die nicht von unseren Einflüssen negativ beeinträchtigt wird, sondern uns jeden Tag und immer wieder aufs Neue ihre volle Schönheit offenbart. Leider sind genau diese Werte bei einem Großteil der Menschheit so gut wie gar nicht mehr zu erkennen und auch nicht spürbar. Offensichtlich geht es nur noch um den eigenen Wohlstand und wie dieser wachsen kann. Hierbei wird sich aber auch nicht ausschließlich über die Natur, sondern sogar über Mitmenschen bis hin zur eigenen Familie oder Freunden hinweg gesetzt. In meinen Augen ein mehr als trauriger Beweis, dass sich die Menschheit in die falsche Richtung bewegt, da ich der Meinung bin, dass es uns Menschen nicht gut gehen kann, wenn es der großen Mutter schlecht geht.
Sicherlich fragt sich jetzt der ein oder andere, was das jetzt denn bitte alles mit dem nordischen Glauben oder aber mit Wikingern usw. zu tun hat. Der wollte uns doch schreiben, wie er dazu gekommen ist, an Odin, Freya, Thor usw. zu glauben Diesen Zusammenhang zu erklären, ist aus meiner Sicht aber ganz einfach. So, wie ich während meinen zahlreichen Recherchen herausgefunden habe, handelt es sich gerade bei den alten Völkern, wie den Wikingern, Germanen, Kelten, Indianern usw. um Naturvölker, welcher im engsten Einklang mit dieser gestanden haben und ihr zu Ehren Feste und Rituale zelebriert haben. Nicht ohne Grund sind tatsächlich in vielen Kulturen Naturwesen immer heilig gewesen und dies auch in einigen Kulturen sogar noch heute. So war es auch bei den Nordvölkern. Tatsächlich ging es auch dort nicht immer nur darum, möglichst viele Länder zu plündern, viel Met zu trinken und den ganzen Tag nur mit kämpfen zu verbringen. Nein, auch dort findet man sogar einiges an Ritualen, die man heutzutage mit Schamanismus in Verbindung bringt und welche bei ganz genauem Hinsehen dem sogar noch mehr als nur ähnlich sind, im Zuge der Christianisierung jedoch als Teufelswerk bezeichnet wurden, sodass Menschen mit den Fähigkeiten Heilwissen zu haben, Seher oder weitere spirituell geneigte als Hexe oder Hexer auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden.

Auch wenn wir es mit unserem heutigen Wissen eigentlich besser wissen müssten, lässt sich aber auch der Großteil der Menschheit nicht mehr darauf ein, sich dieses Wissens Gebrauch zu machen. Vielleicht könnten wir aber so tatsächlich wenigstens beginnen, etwas achtsamer durchs Leben zu gehen und nicht immer nur alles zu nehmen, ohne dafür auch etwas zurück zu geben. Und sei es nur das Obst oder Gemüse, was in unseren Augen verdorben und somit nicht mehr essbar ist, nach draußen zu bringen, wenn die Tiere in unseren Wäldern auf der Nahrungssuche sind. Auch wenn sie es nicht sagen, bin ich mir aber sicher, dass sie dafür unendlich dankbar sind und dieser Dank kommt irgendwann in irgendeiner Art und Weise zu einem zurück. Genau dann, wenn man es am wenigsten erwartet, es aber gerade wirklich braucht.
So kann man nun mal sehen, wie ich persönlich von der Lust, mir einfach mal eine Serie auf einem Streamingportal anzuschauen, zu einem Menschen geworden bin, der die Welt beginnt, noch mit dem dritten Auge zu sehen. Also nicht nur in unserer immer schnelllebiger werdenden Zeit wie fremdgesteuert durch den Alltag zu wandern und auch nur das zu sehen, was gesehen werden soll, sondern auch die wahre Schönheit an so einfachen Dingen, wie z.B. das Zwitschern der Vögel oder das Wachsen der Knospen an den Bäumen und Sträuchern erkennt und sie zu schätzen weiß.
Auch wenn das vielleicht jetzt nicht ganz nachvollziehbar ist, hat mich tatsächlich der nordische Glaube genau in diese Richtung gewiesen und mir, wie ich finde, die Augen geöffnet, um im Großen und Ganzen nicht nur darauf Acht zu geben, dass es mir gut geht sondern auch allen anderen so wunderbaren Wesen, mit denen wir uns die Welt in der wir leben, teilen.

Vielleicht ist dieser kleine Ausflug in meine Gedankenwelt ja dem ein oder anderen Leser ja auch ein Like wert. Mich würde es freuen. Genauso wie es mich schon jetzt freut, Euch die nächste hoffentlich spannende Geschichte aus meiner Gedankenwelt mitteilen zu können.
Euer Neuzeitheide

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